HR 2020: Benefitmanagement – Mehr als Sozialleistungen - beck2you

HR 2020: Benefitmanagement – Mehr als Sozialleistungen

Um gute Mitarbeiter zu finden und zu binden, ist mehr Gehalt nicht immer ein gutes Geschäft. Besser eignen sich Benefits, also Zusatzleistungen für Mitarbeiter, um sich als Arbeitgeber interessant zu machen. Hinzu kommt – zahlreiche sind steuerfrei.

Benefitmanagement – Was ist das?

 

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Benefitmanagement entwickelt sich zunehmend zu einem Schlüsselthema, wenn es darum geht, Mitarbeiter nachhaltig an das Unternehmen zu binden und ein positives Arbeitgeberimage aufzubauen. Benefits umfassen dabei ein breites Spektrum an Zusatzleistungen, die von Mitarbeitern je nach Bedarf und Lebenssituation individuell zusammengestellt werden können. So entstehen für jeden Mitarbeiter attraktive Vergütungspakete, die den jeweils zur Verfügung stehenden Gehaltsrahmen intelligent ausnutzen. Auch die Arbeitgeber profitieren hiervon, Benefits führen zu einer Reduzierung der Steuer- und Sozialabgabenlast, die im Falle einer alternativen Gehaltserhöhung anfallen würde.

Benefitmanagement – Weshalb?

 

Geld alleine macht nicht glücklich‘ – dieses Lebensgefühl transportiert nicht nur die Generation Y mit ihrer Forderung nach einer ausgeglichenen Work-Life-Balance. Sinnhaftes und selbstbestimmtes Arbeiten sowie Wertschätzung sind zu entscheidenden Faktoren für die Mitarbeiterzufriedenheit geworden. Das persönliche Wohlbefinden entscheidet maßgeblich über das Engagement am Arbeitsplatz. Das heißt: Mitarbeiter wollen sich im Unternehmen wohl fühlen.

Freiwillige Zusatzleistungen des Arbeitgebers – auch Benefits genannt – sind keine neue und revolutionäre Idee, aber sie sind ein wirksames Instrument, um den ‚Wohlfühlfaktor‘ im Unternehmen zu stärken. In vielen Unternehmen gehören Benefits bereits seit langem zum Standard, sei es in Form von Firmenwagen, flexiblen Arbeitszeitmodellen oder anderen Zusatzleistungen. Doch wie wirksam sind Benefits tatsächlich? Binden sie lediglich Kapital im Unternehmen oder tragen sie wirklich dazu bei, die Mitarbeiterbindung zu stärken und Bewerber anzuziehen?

Erfolgsfaktor Benefitmanagement

 

Betriebliche Sozialleistungen erfahren aktuell ein Revival. Dabei ist es vermutlich nicht so, dass die zunächst eher angestaubt wirkenden betrieblichen Sozialleistungen nur als eine freiwillige Komponente das Portfolio der Vergütungssysteme in Unternehmen ergänzen. Es ist eher so, dass das Benefitmanagement eine sogenannte Feel-Good Kultur im Unternehmen stärken kann und so einen besonderen Nutzen für Unternehmen bringt. Einerseits könnten durch intelligente Benefits monetäre Vorteile für Arbeitgeber und Mitarbeiter entstehen. Anderseits können Benefits auch einen positiven Einfluss auf die Attraktivität des Arbeitgebers haben. Bewiesen ist das aber aktuell auf Basis belastbarer Daten und Fakten noch nicht.

Das Institut für Personalforschung an der Hochschule Pforzheim untersucht deshalb in seiner Studie „Benefitmanagement“ die freiwilligen Zusatzleistungen, die Beschäftigte in einem Unternehmen erhalten. Es werden dabei verschiedene Arten von Benefits beleuchtet. Das Ziel ist es herauszufinden, welche Benefits in der Praxis existieren, welche Benefits von den Mitarbeitern gewünscht werden und welche Effekte durch die gewährten Benefits entstehen. Gibt es tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Arbeitgeberattraktivität und den gebotenen Benefits?

Befragt werden Beschäftigte in Unternehmen aus verschiedensten Branchen in ganz Deutschland. Somit können Berufsspezifika und Branchenspezifika mitberücksichtigt werden und es entsteht ein umfassendes Bild. Darüber hinaus werden die Unternehmensgröße bzw. die Beschäftigtenzahlen der Unternehmen auch zeigen, ob Benefits nur etwas für die „großen“ Unternehmen ist, oder ob auch kleine und mittelständische Unternehmen gerade innovative Benefits für ihre Mitarbeitenden anbieten.

Benefitmanagement im Mittelstand

 

Auch für mittelständische Unternehmen wird Benefitmanagement ein wichtiges Thema. Die Benefits bieten attraktive Möglichkeiten, den begrenzten Gehaltsspielraum optimal zu nutzen, und sich als kleinerer Arbeitgeber am Markt interessant zu machen. Für den Mittelstand ist die profitable Einführung eines Benefit Management Systems meist nicht intern durchführbar.

Es gibt mittlerweile einige Dienstleister die sich darauf spezialisiert haben, somit kann ein Benefitmanagement auch für den Mittelstand realisierbar werden.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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