HR 2020: Social Media ohne Persönlichkeit

HR 2020: Social Media ohne Persönlichkeit

Die Kommunikation hat sich über Social Media stark verändert. Über Facebook und Co. haben wir die Möglichkeit jederzeit mit Freunden und Kollegen zu sprechen und Interesse an Dingen zu zeigen. Wir sind multifunktional geworden. Doch was bedeutet das für unsere Persönlichkeit?

Social Media ver-schreiben

Social Media ohne PersönlichkeitAuf Social Media bezogen, sind wir in jeder Lage nur noch User, die ein Medium mit Daten füttern und über diese Daten einen Teil unserer Persönlichkeit ins Netz geben. Wir sind quasi Beamte, die über Smartphone, Tablet und PC reine Datenverarbeitung betreiben. Und jeder kann mit ein paar Klicks die komplette Bandbreite der Persönlichkeit eines anderen Users sehen. Ob dieses Bild nun der Realität entspricht, sei dahin gestellt. Doch die Fülle an Daten, mit denen wir täglich konfrontiert werden, macht es uns sehr schwer zu differenzieren. Jeder muss für sich eine Cyber-Überlebensstrategie entwickeln und entscheiden, wann reagiere ich auf welche Nachricht oder welche Informationen. Alles unter dem Motto „Du bist mir wichtig“, wobei die neue Regel der Höflichkeit, eine zeitnahe Reaktionszeit voraussetzt.

Die Nische – der Ruhepol

Wollen wir es aber all unseren virtuellen Bekanntschaften recht machen, dann schaffen wir das nur, wenn wir uns vollkommen vom System leiten lassen. Das passiert schneller, als wir denken, da wir unser Selbstwertgefühl über die Bestätigung anderer beziehen. Wichtig ist es allerdings, sich im digitalen Raum eine Nische zu suchen, wo wir ganz wir selbst sein können und auch selbstbestimmt auftreten und unser ICH in den Vordergrund heben. So bleiben wir authentisch und können unsere Persönlichkeit besser entfalten.

Ich, der Avatar

Es gibt aber auch Menschen, die eine solche Nische nutzen, um sich dort ein Ersatzleben aufzubauen. Oft haben diese Leute im realen Leben eine schwach ausgeprägte Persönlichkeit, die sie dann in den Netzwerken durch einen digitalen Avatar ersetzen. Dieser hat Hunderte Freunde, super viele Interessen und ist bei vielen ein beliebter Gesprächspartner. Das Selbstwertgefühl wird hier völlig über die virtuelle Welt gespeist, ist jedoch in dem Sinne nicht real. Um das zu verhindern, sollten wir uns regelmäßig folgende Fragen stellen:

  1. Nutzen wir das Netz bewusst und sind wir uns schon dabei selbst bewusst?
  2. Verstehen wir die Systeme, die das Internet normieren?
  3. Welche Aufgabe hat das Internet eigentlich? Soll es uns bilden, unsere Arbeit erleichtern, oder Menschen vernetzen?
  4. Brauchen wir denn wirklich die digitalen Supermächte, um eine Ordnung ins Informationschaos zu bringen?

Die Entwicklung zum digitalen Menschen können wir nicht aufhalten. Aber mit dem richtigen Bewusstsein können wir vielleicht einen Teil unserer Persönlichkeit schützen und im virtuellen Raum bewahren.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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