Festhalten und Loslassen

Lebendig sein: Festhalten und Loslassen

„Du musst loslassen!“ Jeder hat bestimmt schon einmal diese drei Worte gehört. Nach einer Trennung zum Beispiel oder dem Abschied eines lieben Menschen. Und wir alle wissen, das ist gar nicht so einfach. Oft ist es leichter sich an etwas zu klammern und es auf sich beruhen zu lassen. Deshalb wollen wir hier zeigen, was beim Loslassen passiert und wie wir es lernen können.

Was passiert, wenn wir verharren?

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Nicht Loslassen bedeutet, dass wir in einer Situation nicht den nächsten Schritt gehen – wir verharren. Dieses verharren schadet unserer seelischen und körperlichen Gesundheit und hindert uns daran, unsere Fähigkeiten und Fertigkeiten auszuschöpfen. Mangelndes Selbstvertrauen, Trauer oder Schuldgefühle sind typische Auslöser, die uns festhalten. Die Folgen äußern sich meist gesundheitlich, wie Schlafstörungen, innere Unruhe, Kopfschmerzen, Verspannungen bis hin zu Depressionen. Kein schönes Lebensgefühl.

Was bedeutet Loslassen?

Loslassen ist eine Form der Akzeptanz und der Anpassung an eine neue Situtation. Wir akzeptieren, dass uns etwas widerfahren ist, das unseren Wünschen widerspricht. Es ist eine reine Kopfsache und genau das macht es so schwierig: Loslassen benötigt die bewusste Entscheidung, den Blick nach vorne zu richten. Fragen, wie „Warum musste mir das passieren?“ oder „Wieso ist das passiert?“, weichen dem Gefühl und dem Willen mit seinem Leben lebendig weiter zu machen, eine Lösung zu finden und das Ereignis hinter sich zu lassen.

Wie lernt man Loslassen?

Es gibt keinen Fahrplan für den Prozess. Aber wir können Ihnen Impulse geben, wie Sie sich für das Loslassen öffnen können:

  1. „Ich bin bereit loszulassen!“ Sagen Sie sich diesen Satz immer wieder bewusst und laut vor. Am Anfang glauben Sie Ihren Worten noch nicht, fühlen sich immer noch schlecht und haben Schuldgefühle weiter machen zu wollen. Versuchen Sie dieses Gefühl anzunehmen, damit Sie dieses Gefühl loslassen können und sagen Sie sich den Satz „Ich bin bereit loszulassen!“ immer wieder vor. Mit der Zeit werden Sie diese Bereitschaft dann auch verspüren. Doch – geben Sie sich diese Zeit!
  2. Vermeiden Sie Selbstvorwürfe, wenn Sie es nicht auf Anhieb schaffen. Jeder lässt auf andere Weise los und das früher oder später.
  3. Führen Sie sich Gründe vor Augen, was Sie gewinnen, wenn Sie loslassen oder was Sie verlieren, wenn Sie es nicht tun. Das zeigt Ihnen, wie Ihr Leben, ohne die Angst loszulassen, aussieht.
  4. Professionelle Hilfe in Form einer Therapie kann helfen, wenn der Prozess zu schwer für Sie allein ist. Das ist kein Rückschritt. Im Gegenteil – es kann der nötige Schritt nach vorne sein!

Leben heisst Loslassen

Der Psychologe Matt Galan Abend schreibt in seinen Büchern:

Wenn wir festhalten, nehmen wir dem Leben die Lebendigkeit.

Wenn wir festhalten, nehmen wir uns selbst aus dem Leben.

Leben heißt Loslassen.

Leben ist ständiger Wechsel.

Leben ist Entstehen und Vergehen.

Halten Sie das Loslassen durch und es erwartet Sie Erleichterung und Lebensfreude. Am Ende kommen Sie dann vermutlich zu dem Schluss „Das hätte ich schon viel früher loslassen sollen!“

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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