Sharing: Menschen brauchen Raum und Zeit

Sharing: Menschen brauchen Raum und Zeit

Neue Bürokonzepte werden immer mehr auch in kleinen und mittelständischen Firmen sowie in Anwaltskanzleien erforderlich. Bedingt durch die massiv angestiegene Flexibilisierung der Arbeitswelt sind die vorhandenen Büroflächen an die neuen Anforderungen anzupassen.

Sharing – das neue Raumkonzept

Sharing als RaumkonzeptWar es früher üblich, dass ein Anwalt seine Klienten in seinem „fürstlich-eleganten Kanzleipalast“ empfängt, wird heute auch von Juristen verlangt immer mobiler zu sein – sich auf den Weg zum Mandanten zu machen.

Diese Mobilität impliziert, dass die hohen Fixkosten der Büroflächen durch neue Raumkonzepte kompensiert werden müssen. So sind „Sharing-Modelle“ für Kleinunternehmer und Anwälte durchaus attraktiv, bedingen jedoch, dass die Bürokonzepte durchdacht sein müssen.

Da viele Führungskräfte in Kleinbetrieben und Juristen, keine Betriebsräte und Personalabteilungen haben, die bei der Konzeptionierung auf die Chancen und Risiken hinweisen, werden bei der Raumverteilung viele Fehler gemacht. Das kann massive Folgen für das Unternehmen und für die dort arbeitenden Menschen haben.

Gerne möchte ich Ihnen mit diesem Beitrag drei mögliche Bürokonzepte zur Verfügung stellen, damit Sie weder Menschen noch „Roll-Container“ hin und her schieben…

Desk-Sharing

Hierzu ermitteln Sie zunächst die Belegungsquote, welche sich aus der Anzahl der flexiblen Arbeitsplätze im Verhältnis zu allen Beschäftigten ergibt, die sich einen Arbeitsplatz teilen. Fragen Sie dann Ihr Team, wer gerne einen Arbeitsplatz miteinander teilen möchte, denn ein Arbeitsplatz ist ein sehr persönlicher „Schutzraum“ – Menschen sind soziale Wesen, keine Roboter!

Think-Tank

Verdichtete Raumstrukturen führen in aller Regel zu einem höheren Geräuschpegel. Die akustischen Belastungen können auf Dauer einen enormen Stressfaktor für Einzelne, aber auch für das gesamte Team auslösen. Aus diesem Grund sind Raumkonzepte mit Think-Tanks sehr nützlich, um einen Rückzugsort anzubieten. Die geräuschfreie Atmosphäre lädt zum konzentrierten Arbeiten ein – Think-Tanks sind eine Oase der Ruhe!

Homebase

Das Konzept „Homebase“ stellt sicher, dass Teams durch neue Raumbelegungen nicht auseinander gerissen werden. Sie teilen dazu die zur Verfügung stehende Gesamtfläche in Bereiche auf. Diese können dann mit Desk-Sharing optimal genutzt werden. Ihr Vertriebsteam, Ihre externen Mitarbeiter, Ihre Referendare bleiben zusammen, auch wenn nicht immer alle „Zuhause“, also im Büro oder in der Kanzlei sind.

Wichtig ist auch, dass Sie bei „Sharing-Modellen“ Verhaltensregeln definieren. So muss ein Schreibtisch beim verlassen sauber sein. Auch persönliche Dinge wie Familienfotos und etwaige „Motivationssprüche“ müssen allen, die sich einen Arbeitsplatz teilen gefallen.

Noch ein letzter Tipp: Nehmen Sie niemals einem Mitarbeiter den Arbeitsplatz weg, um ihn mit vollendeten Tatsachen zu konfrontieren. „Ab heute sitzt dort Frau Neu-Mann“. Ob Sie es glauben oder nicht: „Eine solche unmenschliche Vorgehensweise ist im Jahr 2015 noch gelebte Führungsrealität.“ Sollte Ihnen jemals so etwas passieren, dann prüfen Sie, ob hinter dieser Entscheidung eine Mobbingattacke steckt oder einfach „nur“ eine unprofessionelle, unbedachte Schnellschussaktion von einer sogenannten Führungskraft. Ob Attacke oder Aktionismus, beide Fälle erfordern Konsequenzen – siehe dazu Blog-Beitrag: Hilfe zum Selbstschutz.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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