Vernetztes Denken

Vernetztes Denken

Für die Nachwuchs-Entscheider von morgen haben die Pisa-Studien Vernetztes Denken unter dem Aspekt der Problemlösungskompetenz betrachtet und weltweit Defizite erkannt. Projekte scheitern, Strategien fehlen, Wirkungen werden unterschätzt usw.. Die Frage ist aber, warum es selten als Methode geschult wird.

Bereits Aristoteles hat treffend festgestellt: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Komplexe Problemlösungsstrategien sind die Grundlage eines zeitgemäßen Managements, das sich somit mit vernetztem Denken als Methode auseinander setzen muss.

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Vernetztes Denken als Problemlöser

Weshalb bietet eine Logistikhalle bereits sechs Monate nach der Fertigstellung nicht genügend Lagerfläche? Warum werden Büroräume so geplant, dass schon für die aktuelle Mitarbeiterzahl nicht genügend Arbeitsplätze zur Verfügung stehen?

Es werden im Management immer wieder Fehler in der Analyse der Ausgangssituation, der Definition der Zielvorstellungen sowie der Planung und Vernetzung zielführender Maßnahmen gemacht. Wir werden oft mit unerwünschten Nebenwirkungen einer Entscheidung konfrontiert und stellen sogar fest, dass die beabsichtigten Effekte nicht, wie geplant, eintreten. Es spricht also vieles dafür, Denken und Handeln in komplexen Situationen vernetzt zu organisieren.

Typische Probleme wie widersprüchliche Ziele, unklare Faktoren, routinierte Problemlösestrategien sind nicht anwendbar, etc. charakterisieren unsere heutiges Arbeitsumfeld. Die Herausforderung besteht darin bereits bei der Planung eine gewisse Dynamik einzukalkulieren.

Was ist nun vernetztes Denken?

Vernetztes Denken ist eine pragmatische Fähigkeit, unterschiedliche Faktoren einer Situation gleichzeitig zu berücksichtigen und in Handlungskonzepte zu integrieren. Es ist ein Ansatz das Problem als Ganzes zu erfassen, viele unterschiedliche Sichtweisen zu berücksichtigen und Zusammenhänge und Abhängigkeiten heraus zu arbeiten. Mit der Methode des vernetzten Denkens kann das Ganze erkannt und verschiedene Handlungsoptionen entwickelt werden, um auf Planabweichungen reagieren zu können.

Ursache-Wirkungs-Denken reicht hierzu nicht mehr aus. Es muss ersetzt werden durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise. Es geht also um das Herausfinden und Bewerten von Abhängigkeiten, um eine richtige Entscheidung für komplexe Situationen treffen zu können.

Thinking out of the Box

Wir lernen bereits in der Schule getrennt nach Fachgebieten und unser Gehirn lernt alles in Schubladen abzulegen, statt im Zusammenhang. Und nun adaptieren wir das in unsere Arbeitswelt. Was interessiert den Produktentwickler die Meinung des Vertriebs und umgekehrt?

Hier wird ein Dilemma deutlich: Der deutsche Manager reagiert sofort und ist auch hervorragend ausgebildet im Lösen von Problemen. Dabei versuchen wir mit ein und derselben Vorgehensweise ähnliche Probleme zu bewältigen. Komplizierte Sachverhalte werden vermeintlich vereinfacht. Wir konzentrieren uns auf die Problemteile, für die wir Lösungswerkzeuge kennen.

Im vernetzten Denken ist der wichtigste Schritt die Problemidentifizierung. Die verschiedenen Aspekte werden hier sorgfältig zusammen getragen und analysiert. Es ist zur Identifizierung aller relevanten Aspekte eines Problems notwendig, wichtige Faktoren aus unterschiedlichen Blickwinkeln und gewissermaßen aus einer übergeordneten Beoachterperspektive wahrzunehmen und die richtigen Fragen zu stellen. Das Aufzeigen von Abhängigkeiten, wird durch Betrachtung von Wirkungszusammenhängen erweitert.

Fazit

Vernetztes Denken ist die Schlüsselkompetenz der Zukunft. Es beschreibt die Fähigkeit, das Zusammenspiel von Faktoren erkennen und analysieren zu können. Bei zunehmender Komplexität und Dynamik in allen Arbeitsbereichen besteht die Herausforderung der Unternehmen darin, ihre Mitarbeiter zu befähigen Zusammenhänge erkennen und richtig einschätzen zu können.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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