HR 2020: Soziale Gerechtigkeit in Unternehmen

HR 2020: Soziale Gerechtigkeit in Unternehmen

In jedem Lebensbereich fällt unser Blick immer wieder auf soziale Gerechtigkeit. Besonders den Wirtschaftssektor bringen wir leider zuerst mit Profitgier, Anonymität und Korruption in Verbindung. Dabei sind auch Unternehmen von sozialer Gerechtigkeit abhängig und können durch eigene Konzepte, die sich z.B. an der Corporate Social Responsibility (CSR) orientieren, große Impulse setzen.

Corporate Social Responsibility

Soziale GerechtigkeitUnternehmen, die CSR betreiben, unterstützen soziale Projekte, wie die Nachwuchsförderung in Kindergärten, Schulen und Universitäten. Sie setzen sich für Chancengleichheit ein und versuchen einen offenen Zugang zur Bildung zu fördern. Auch der freiwillige Einsatz des Mindestlohns trägt zum Konzept von CSR bei. Es stärkt das Vertrauen der Mitarbeiter und Bewerber. Sie fühlen sich fair behandelt und stehen dem Unternehmen nicht mit ständiger Skepsis gegenüber.

Gründe für soziale Gerechtigkeit in Unternehmen

Bei vielen Unternehmen steht jedoch der soziale Aspekt eher im Hintergrund als im Fokus. Dabei haben Unternehmen wichtige Gründe zu beachten, wenn es darum geht, sich auf soziale Gerechtigkeit zu konzentrieren. Immerhin tragen sie zum Wohlstand und zur Kaufkraft eines Landes bei. Dazu sind sie aber auf Menschen angewiesen. Es gibt zudem drei große Gründe für die soziale Komponente in Unternehmen:

  1. Um zukunftsfähig zu bleiben, brauchen Unternehmen gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiter. Menschen, die für einen Hungerlohn arbeiten und am Rande ihrer körperlichen und geistigen Kräfte sind, schaden Unternehmen und Umfeld.
  2. Ausbildung und Weiterbildungsangebote steigern die Motivation. Die Mitarbeiter können sich neues Wissen aneignen, was sie wiederum im Unternehmen einsetzen können. Sie bleiben nicht auf einem Fleck, sondern haben die Möglichkeit sich weiterzuentwickeln.
  3. Mit sozialen und ethischen Werten auf der Fahne, steigt auch der allgemeine Wert eines Unternehmens. Dazu gehört aber auch die Kommunikation solcher Werte gegenüber Mitarbeitern und Kunden.

Von der Image-Ethik zur Authentischen Ethik

Der deutsche Zukunftsforscher Horst Opaschowski sagt, dass wir in einer Übergangsphase stecken und uns von der Ellbogengesellschaft zur Verantwortungsgesellschaft wandeln. Das sollten Unternehmen nutzen und sich klar in ethischen Fragen positionieren. „Ethos“ heißt ursprünglich nichts anderes als „Charakter“. Unternehmen müssen also Charakter zeigen und nicht mehr nur ein „Image“ aufbauen. Gesinnung, Sittlichkeit und Authentizität sind in der Ethik von Bedeutung.

Damit Unternehmen von einer Image-Ethik zu einer authentischen Ethik gelangen, braucht es den Anstoß bei den Führungskräften. Sie müssen ethisches Handeln als festen Wert in Unternehmen verankern. Es zählen nicht mehr nur operatives Handeln und Managerqualitäten, sondern ebenso ethische Kennwerte, wie eine positive Lebenseinstellung, Empathie, Ehrlichkeit und die Echtheit des eigenen Handelns. Damit eine Führungskraft diese Eigenschaften im stressigen Arbeitsalltag nicht verliert, sollte sie ein bewusstes Wertemanagement durchführen und sich stetig auf das menschliche konzentrieren – auf Körper, Geist, Seele und soziale Kontakte. Der Schein eines „Images“ muss abgelegt und von einem überzeugend gelebten „Sein“ ersetzt werden. Dann klappt es auch mit der sozialen Gerechtigkeit.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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