HR 2020: Frauenquote - Wohin mit den Männern?

HR 2020: Frauenquote – Wohin mit den Männern?

Der 3. November ist Weltmännertag. Das hat Schrimherr Michail Gorbatschow eines Tages so entschieden. Männer sollen sich an diesem Tag besonders um ihre Gesundheit kümmern. Mal freinehmen, die Füße hochlegen und vom Alltagsstress erholen. Aber können sie sich das leisten? Jetzt, wo die Frauenquote bereits an der Tür klopft?

Angst vor der Frauenquote

Karin Beck-Sprotte über die FrauenquoteAb 2016 müssen mindestens 30 Prozent des Führungspersonals in den großen deutschen börsennotierten Unternehmen weiblich sein. Wie soll das gehen? Wird eine Frau dann nur befördert, weil sie eine Frau ist? Im Idealfall – nein! In jedem Unternehmen sollte Leistung, Kompetenz und Talent zählen, egal ob männlich oder weiblich. Doch die Realität sieht immer noch anders aus. In Deutschland verdienen Frauen im gleichen Job durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Fair, ist das nicht. Qualifizierte und talentierte Bewerber müssen die gleichen Möglichkeiten erhalten, was aus sich zu machen, unabhängig von ihrem Geschlecht. Ebenso sollten Männer nicht um ihren Job zittern müssen, nur weil sie ein Mann sind.

Förderprogramme und Frauenboni

Unternehmen versuchen den Anforderungen der Frauenquote gerecht zu werden oder sich zumindest darauf vorzubereiten. Die Personalabteilungen beschließen ein Frauenförderprogramm nach dem anderen, damit sich Frau über ihre Kompetenz für die Beförderung qualifiziert und nicht bloß über ihr Geschlecht. Auch die Boni von Managern werden daran ausgelegt, ob und wie viele Frauen sie in die Chefetage holen. Dazu richten sich auch Headhunter auf das weibliche Geschlecht aus. Unternehmen wollen erst gar keine Männer mehr zur Auswahl haben. Ist das denn fair? Was ist, wenn ein Mann einfach die bessere Qualifikation besitzt, als die Bewerberin?

Wohin mit den Männern?

Viele Männer machen sich deshalb Sorgen, dass sie jetzt gar keine Chance mehr in der Führungsetage haben. Lösen sich ihre Karrierechancen in Luft auf? Genau hier liegt das Problem der Frauenquote. Auf der einen Seite soll sie das eine Geschlecht fördern, auf der anderen Seite wird dadurch wieder das andere Geschlecht benachteiligt. Es ist ein Teufelskreis, den man vielleicht nur umgehen kann, wenn man sich sein Berufsfeld ganz genau aussucht. Führungskräfte in Kapitalgesellschaften befinden sich im Herzen des Teufelskreises, während einzelne Abteilungen, mit hohem Frauenanteil, wie das Personalwesen, für Männer ebenfalls keinen leichten Ort zum Aufsteigen bieten. Dennoch gilt immer: Fördern Sie Ihre Talente und Kompetenzen und entwickeln Sie sich weiter. Das hilft Ihnen sich vorn am Arbeitsmarkt zu positionieren. Frauenquote hin oder her.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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