HR 2025: Lebenslauf der Zukunft - Mut zur Lücke

HR 2025: Lebenslauf der Zukunft – Mut zur Lücke

Zu der perfekten Bewerbung gehört der makellose Lebenslauf. So wird es uns bereits in der Schule eingetrichtert. Von der Schule an die Uni, von der Uni ins Praktikum und vom Praktikum in den festen Job. Fehlt da eine Station im Lebenslauf, tropft bei den meisten Bewerbern gleich der Angstschweiß von der Stirn. Dabei ist das nicht mehr nötig. Denn der Trend der makellosen Bewerbung verändert sich.

Lücken formen Unternehmer

Mut zur Lücke im LebenslaufOnline-Bewerbungen und Lücken im Lebenslauf bekommen immer mehr Bedeutung. Wie sonst sollen Unternehmen die Bewerber voneinander unterscheiden? Wie sonst kann man von sich sagen, darin hebe ich mich von der Masse ab? Mit Lücke ist selbstverständlich nicht gemeint, ein Jahr zu Hause vor dem Fernseher zu liegen. Mit Lücke ist zum Beispiel reisen gemeint, neue Dinge ausprobieren, seine Grenzen zu testen und herauszufinden, wie Prozesse im Leben funktionieren. Konkret heißt das: wer beispielsweise Lust hat ein Unternehmen zu gründen, der sollte es wagen. Versuchen Sie ein Produkt zu verkaufen oder ein Event zu planen. Ob erfolgreich oder nicht, so lernt man Unternehmergeist zu entwickeln. Nur das Studium und gute Noten alleine sind nicht das ganze Spiel.

Jeder Lebenslauf ist individuell

Studenten und Bewerber müssen eines verstehen. Sie sind selbst verantwortlich für ihren Lebensweg und ihre Karriere. Sich Ratschläge zu holen, kann hilfreich sein, doch kein Ratschlag ist verlässlich. Jeder muss sich eigene Ziele setzen und nicht die Ziele anderer verfolgen. Das zu erreichen, bedeutet aber auch Verantwortung für seine Ziele und Entscheidungen zu übernehmen. Eigene Erfahrungen, weg vom mainstream, können helfen sein Selbstbewusstsein zu stärken und sich mit den eigenen Zielen glaubwürdig zu positionieren.

Der erste Schritt liegt bei den Unternehmen

Den Schritt zum lückenhaften Lebenslauf sollten die Bewerber aber nicht alleine gehen. Auch die Unternehmen müssen mitziehen. Wenn sie Bewerber haben wollen, die durch ihren besonderen Unternehmergeist hervorstechen oder durch außergewöhnliche Erfahrungen, zum Beispiel CEO-Potential mitbringen, dann müssen Unternehmen den ersten Schritt tun. Das bedeutet: die Lücke im Lebenslauf darf nicht mehr mit tadelndem Blick begutachtet werden, sondern muss zum Interessenschwerpunkt der Neugier werden. Denn, was der Bewerber in seiner Freizeit macht, was er selbstständig und aus freiem Interesse tut, ist für unternehmerische Qualitäten oft viel mehr wert, als das Seminar bei dem Vorzeigedozenten.

Fazit: Bewerbungsprozesse befinden sich im Wandel und bekommen früher oder später andere Interessenschwerpunkte. Für den Lebenslauf gilt aber das altbewährte Motto: Mut zur Lücke!

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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