Stakeholder-Management: Nähe und Distanz

Stakeholder-Management: Nähe und Distanz

Ich habe bereits einiges über Körpersprache und Kommunikation geschrieben. Beziehungen werden aber nicht nur davon beeinflusst, sondern auch von Nähe und Distanz zwischen den Gesprächspartnern. Das richtige Nähe-Distanz-Verhältnis ist besonders im Arbeitsalltag wichtig, damit die Interaktion mit Kollegen und Führungskräften angemessen verläuft.

Die richtige Distanz bestimmt die Beziehung

Karin Beck-Sprotte über Stakeholder-ManagementDer jeweilige Beziehungsstatus entscheidet wie man sich gegenüber steht. Dabei beeinflusst die räumliche Distanz auch die Distanz in der Beziehung.

Öffentliche Distanz
Wenn wir unterwegs sind, versuchen wir fremde Menschen zu umgehen. Im Bestfall soll der Abstand zwischen uns nicht weniger als drei Meter betragen. Kommt uns jemand zu nahe oder rempelt uns an, fühlen wir uns schnell bedroht und in unserer Wohlfühlzone gestört.

Soziale Distanz
Die soziale Distanz wird zwischen 1,20m und 3,60m angesiedelt. Gerade bei offiziellen Anlässen, wie Reden oder Bewerbungsgesprächen gilt dieser Abstand als angemessen. Besonders bei der Begrüßung und Verabschiedung ist die Distanz einer Armlänge erwünscht. Das wahrt Respekt und Höflichkeit.

Persönliche Distanz
Dieses Verhältnis beträgt ca. einen halben Meter Abstand und stellt sich bei vertrauten Menschen automatisch ein. Beim Partner wird diese kurze Distanz noch überschritten und es herrscht deutlich häufiger Körperkontakt. Die persönliche Distanz ist aber auch bei weniger intimen Kontakten für bestimmte private Themen üblich.

Andere Länder – andere Sitten

Die beschriebenen Konventionen gelten jedoch nur für Mitteleuropa. Die richtige Distanz ist ein kulturelles Phänomen. In Brasilien zum Beispiel stehen sich flüchtig Bekannte mit nur 30cm Abstand gegenüber und empfinden dies als höflich. Es ist also unverzichtbar, gerade bei internationalen Geschäftspartnern, zu wissen, welche Nähe-Distanz-Regeln beim anderen gebräuchlich sind.

Erfolgreiche Projekte mit Stakeholder-Management

Auch im Arbeitsalltag und bei Projekten mit verschiedenen Interessengruppen, den Stakeholdern, ist es wichtig auf ein gutes Nähe-Distanz-Verhältnis zu achten. Doch um jeden Stakeholder miteinzubinden, braucht es Stakeholder-Management. Dabei muss auf folgendes geachtet werden:

1) Stakeholder identifizieren
Welche Interessen und Erwartungen verfolgen Ihre Mitarbeiter? Wie können diese mit den Projektanforderungen vereinbart werden? Wie kann die Kommunikation untereinander gestaltet werden?

2) Persönliche Gespräche
Nach der Beurteilung der Stakeholder müssen die Einschätzungen in persönlichen Gesprächen validiert werden. Dabei sollten Sie diskret die Ziele, Ängste und Sorgen der Stakeholder ermitteln und Gruppen mit gleichen Interessen bilden. Außerdem müssen die Stärken und der Einfluss der Stakeholder eingestuft werden.

3) Klassifizieren
Zuletzt entstehen aus den gesammelten Informationen folgende Rollen in der Kommunikation miteinander: Die neutralen Mitläufer, Unterstützer/Skeptiker, Promoter/Nörgler oder Champions/Störer. Ziel ist es möglichst die positive Rolle der jeweiligen Paare zu besetzen.

Fazit: Alle Projekte in einem Unternehmen benötigen Stakeholder-Management, um das effektivste Team zu erhalten. Dafür sind auch die Eigenschaften echtes Interesse, aktives Zuhören und Mitmachen sowie Dialog führen wichtig. Nehmen Sie Ihre Mitarbeiter mit, gewähren Sie Unterstützung und sorgen Sie so für breite Akzeptanz.

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Über Karin Beck-Sprotte

Karin Beck-Sprotte
Karin Beck-Sprotte berät mit ihrem Unternehmen„beck2you“ seit 2004 als Management Coach HR-Professionals. Mehr als 20 Jahre Erfahrung im HR-Business sind ihre Basis. Ihre Ausbildung als Management Coach hat sie an der Intercoaching AG mit einem Diplom absolviert. Ihre Kenntnisse frischt sie regelmäßig durch zahlreiche Fortbildungen auf.


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